Hier ist das Vorwort zu "Versium 2":

 

Verehrter Theatergänger, geschätzter Leser der Dichtkunst,

vor Ihnen liegendes Drama entstand unter dem Deckmantel

des Geheimnisses und wandelt auf den Spuren des größten

Dichters aller Zeiten. Im Freigeist der Natur inspirierten mich

die Nibelungensage und William Shakespeares unwiderstehliche

versische Anziehungskraft zu einer Verschmelzung beider

Epen, aus deren Fäden ich etwas Eigenes erschuf, denn das Feuer

der Verse, der unwiderstehlichen, poetischen Stimmen, erfasste

auch mich mit ihren Reizen.

 

Ich nahm mich der Charakteristika der Heroen an und verfeinerte

sie mit Shakespeares feinstem Versschema und der Tragik

seiner Helden. Im Bann der Worte und der beinahe selbst

zerstörerischen Besessenheit der Verse und dem unermesslichen

Antrieb zu dichterischer Perfektion, entstand das Versium, das

in Anlehnung an die Nibelungensage, sechs Teile umfasst. Sie

halten im zweiten Band nun die Teile 4-6 in den Händen – den

Abschluss der Saga.

 

Ich bediente mich dabei der klassischen Heldenreise und

spickte sie mit den feinen Nuancen eigener Heroen, die doch in

allem auch schlichte Menschen mit allen Wesenszügen sind. Um

mich nicht vorab dem zwiespältigen Dualismus der menschlichen

Natur hingeben zu müssen, entschloss ich mich, das Werk

erst viele Jahre nach seiner Entstehung publizieren zu lassen und

auch dies nur unter einem Pseudonym.

Mein Bestreben lag darin, mich Shakespeares Werken würdig

zu erweisen und seine Worte mit der Faszination der Nibelungen

zu verschmelzen. Sicher finden sich noch ein paar andere

literarische Anspielungen in meinem Zyklus, denn das „Versium“

(der Raum der Verse) setzt sich aus vielen einzelnen Facetten

meiner Erfahrungen zusammen, wobei Shakespeare meine

größte Inspirationsquelle wurde.

 

Natürlich würde es mich freuen, meine Stücke einmal

auf einer Bühne zu sehen, doch im ersten,

vertraulichen Schritt, freue ich mich, Sie Ihnen zur Lektüre

zur Verfügung zu stellen. Die eigentliche Handlung begann, wie

Sie sicher bereits bemerkt haben, in der ,, Natura “, dem zweiten

Teil des Epos.

 

William Shakespeares Erbe ist sicherlich kein leichtes Vermächtnis

und ich weise den Leser höflichst darauf hin, mein Werk

gegebenenfalls zweimal lesen zu müssen, um es restlos zu

verstehen, doch ich habe Vertrauen zu den Menschen, die sich

dem Lesen des „Versiums“ widmen und entlasse Sie nun in den

finalen, zweiten Teil des Zyklusses. Geben Sie sich der Lektüre

aller sechs Teile hin, bevor Sie ein Urteil fällen, denn auch die

Nibelungen bestehen nicht nur aus Siegfried und Shakespeare

nicht nur aus Hamlet…

 

Ich begrüße nun einige der Hauptfiguren des zweiten Teils,

Vastara und Berengar sowie den Tinte blutenden Dichter Hellir

und Levanthian, der ein anderes Schicksal erhält, als er selbst

es für sich vorsah und sich diesem mit aller Macht zu entziehen versucht…

Das Versium 1-6 ist ein Werk, für das die Menschheit hoffentlich

bereit ist…

 

Anonyma Poetria