Leseprobe 1 "Das Beste aus beiden Bänden"

 

 

   

 

 

 

 

 

Hier möchte ich gerne auf die wunderschöne Seiten - Innengestaltung der Bücher verweisen:

 

       

Deckblatt (Beispiel Gabryel)

 

Einführungsblatt des jeweiligen Erzengels (Beispiel Uryel)

  Seitengestaltung Buchseiten

 

Leseprobe 1 (Schlachtenkapitel - aus der Mitte des Buches Uryel): 

 

Obsidianschwarze Verwicklungen


Die Katastrophe aus messerscharfen Karten
regnete auf uns herab und Gabryel war zum
Glück mit so viel Geistesgegenwart beseelt,
einen Schutzwall über unseren Häuptern zu
errichten, der jedoch nicht lange halten würde,
wie wir aus Erfahrung wussten.


,, Nehmen wir den Allmächtigen mit und verschwinden wir
von hier! ", schlug Mychael vor. In diesem Moment vermehrte
sich der Kartenregen, der sich in den schützenden Baldachin
bohrte.


,, Meine Barriere wird nicht mehr lange halten, ehe sie zusammenbricht.
Versucht ihr, den Block vor uns anzuheben. Ich werde den Schutzschild so lange es geht, aufrecht erhalten. "

Wir nickten und begaben uns an die vier Ecken des Altars,
um den darauf liegenden, versteinerten Körper, anzuheben. Er
rührte sich ein paar Millimeter. ,, Verwandeln wir uns! Supreme
Power! "


,, Wartet, auch das wird nicht genügen. Nur die Rüstungen
sind stark genug, damit wir den massiven Block vor uns anheben
können! ", warf Luzyfer ein.


Wir stimmten zu. ,, Beeilt euch! Der Schutzschirm wird gleich
zusammenbrechen. Und die Drachen können die Trümmer Avaleniums
nicht mehr ewiglich aufrecht erhalten! ", rief Gabryel.
,, Hoff entlich funktioniert es. Wir überspringen damit ein Level.
Immortal Fallen Arch Angel Amor, appear! "


Zu seiner Verwunderungen hüllte den schwarzen Luzyfer tatsächlich
ein Licht aus roter Energie ein und nach ein paar Sekunden
erstrahlte er in einer silberfarbenen und roten Rüstung.
Mychael und Raphayl riefen gleichzeitig: ,, Immortal Heaven
Arch Angel Amor appear! " und "Immortal Wisdom Arch Angel Amor, appear!"

Ein blaues und ein grünes Licht hüllte beide ein
und sie entfaltete ihre wunderschönen Seraph Schwingen und
stellten sich an die anderen Ecken des Altars. Probeweise hoben
sie das Gewicht an.,, Wenn du deine Rüstung noch heraufbesc hwört, schaffen wir
es, Gabryel. ",, Ich übernehme den Schild. Ich kann meine Immortal Verwandlung
noch nicht auswählen. Dazu fehlt mir noch das Energiepotenzial.
Meine Verwandlung ist noch zu frisch. "


Ich übernahm die Schilde und sackte bereits jetzt auf die
Knie, denn ich rechnete nicht mit solch einer gewaltigen Macht,
doch ich biss die Zähne zusammen, als Gabryel plötzlich rief:
,, Immortal Dream Arch-Angel Amor, appear! " und ihn ein
violettes Licht umgab. Ein wunderschöne, aus feinstem Silber
geschmiedete Rüstung umgab nun seinen Körper.
An seinem Brustpanzer bildeten sich zwei Schwingen mit einem
violetten Edelstein in der Mitte aus und seine Beinschoner
erstrahlten in feinstem Silber.


Sechs weiße Schwingen ragten über seinem Rücken hervor
und die Energie wanderte weiter zu den Armen, die von Handschuhen
und weitere Rüstungsteilen umgeben wurden.
An den Schultern zeichneten sich Engelsschwingen ab und
kleine funkelnde, Amethysten verteilten sich über die ganze
Panzerung, bis sich am Haupt schließlich noch ein Helm entfaltete.
Er breitete seine Schwingen aus.


,, Nun bin ich ein Seraph. Was für eine unglaubliche Energie.
" Er lief an die vierte Ecke des schweren Steinblocks und sie
hoben ihn gemeinsam an, ehe das Feld zusammenbrach.
Die Trümmer prallten an ihren Rüstungen ab und ich lächelte,
als mich plötzlich eine der scharfen Karten im Gesicht erwischte,
kurz bevor Gabryel seine Hand hob und mit " Ice dust nebula
" ein Loch in die Außenhaut des Palastes sprengte.

,, Wir zerstören unser Zuhause, aber ich bin sicher, dass der Allmächtige

all dies wieder reparieren kann, wenn er wieder zu Bewusstseinkommt ", stellte Raphayl fest.
 

Die sechsflügeligen Erzengel verließen rascher das Gebäude,
als ich, denn auf Grund ihrer mehrpaarigen Schwingen besaßen
sie eine höhere Geschwindigkeit.
 

Die Drachen warteten bereits auf uns und wir verließen den
Einflussbereich der fremden Macht, zumindest glaubten wir
dies. Abermals ertönte das Lachen und ich sah aus dem Augenwinkel,
wie Quadrate durch die Luft schossen, die direkt auf uns
zu kamen.
 

Die vier Lastenträger wichen dem Ganzen aus, jedoch umrundeten
die Objekte die Drachen und bekamen alle zu fassen.
Jeder von ihnen war in einem der gläsernen Quadrate gefangen
und aus der Ferne sausten nun scharfe Karten heran, die aber
zum Glück von unseren Rüstungen abprallten.
 

Ich begab mich in die Mitte der Gepanzerten und schwebte
nun über dem Allmächtigen. Ich fühlte mich etwas unwohl in
seiner Nähe, aber es wäre besser, als eine der Spielkarten oder
einen Splitter abzubekommen.
 

Ein Trichter kam auf uns zu, der sich entfaltete und eine bunten
Flut aus Blüten frei gab, die in unsere Richtung flogen.
,, Er wird sich uns gleich präsentieren. Dessen bin ich mir
sicher. Er ist eine Ansammlung aus Blüten und die Sache mit
unseren Familien war mit Sicherheit nur ein Trick, um uns in die
Falle zu locken! ", rief Luzyfer.
 

Die Drachen vermochten uns nicht zu helfen und im Hintergrund
ertönte eine traurige Melodie, als sich die Blüten zu einem
Abbild eines Humanoiden formten.

,, Hallo, ihr macht es mir gar nicht leicht, euch zu fangen. Es
war schwer, euch hierher zu locken und es liegt mir fern, Avalenium
zu zerstören, aber ich möchte zwei Erzengel haben. Wer stellt sich mir freiwillig zur Verfügung?

Ich habe den Allmächtigen in Stein eingefroren und wenn die Energie Gabryels erschöpftist,

werdet ihr euch alle zurückverwandeln, nicht wahr?
Ich habe euch gut beobachtet. "


,, Und wer bist du? ", fragte ich. ,, Mein Name ist Belarus und
ich bin ein Sammler, aber nicht nur das. Ich bin der neue Herrscher
Avaleniums.


Es war schwierig, ihn in eine Falle zu locken, aber dem Leid
seiner geliebten Erzengel vermochte er nicht zu widerstehen.
Der Hofstaat ist entweder tot oder in einem tiefen Winterschlaf
", säuselte das Blütenwesen, von dessen aromatischem
Duft uns beinahe übel wurde.


Er war auf eine groteske Art und Weise schön, wenn sich
inmitten der Blumen kein schwarzes Maul befunden hätte. Er
erinnerte mich an einen verschmutzten Sonnenuntergang. ,, Warum
willst du uns? ", versuchte Luzyfer Zeit zu gewinnen. Der
Allmächtige nahm an Gewicht zu.


,, Zunächst einmal. Lasst ihn los. Dann sehen wir weiter. " Der
Wahnsinnige erhöhte den Druck auf den Stein und wir gaben
uns alle Mühe, den Allmächtigen nicht fallen zu lassen, denn
niemand garantierte uns, dass er nicht auf dem Boden zerschellte,
sollte er in die Tiefe stürzen.


Belarus lachte und schließlich gab die Anstrengung unserer
Muskeln nach. Wir stürzten alle hinter dem fallenden Steinkoloss
in die Tiefe und achteten nicht auf die fliegenden Quadrate,
die immer noch durch die Luft schwirrten.


Doch plötzlich wurden Mychael und Raphayl mitten im Flug
gebremst und blieben in einer dieser seltsamen Anomalien hängen.
Sie waren unfähig, sich zu bewegen. Gabryel und ich bemerkten
es und warfen uns einen Blick zu. Ich aktivierte meine
Kräfte, zusammen mit dem Erzengel der Träume und Luzyfer jagte

weiter hinter dem versteinerten Leib des Allmächtigen her.


,, Ice dust nebula ", rief der Erzengel der Träume und schleuderte
dem Irren seine Traumenergie entgegen. Ich bündelte meine
Kräfte und versuchte es mit:


,, Waves of Eternity! " Die Luft und die Sterne waren meine
Elemente und ich sah, wie sich der Himmel verdunkelte. ,, Meine
Ketten erzeugten auf jeden Fall Neugier in euch und diese
wurde euch nun zum Verhängnis. "


Wir überlegten einen Moment und sahen, wie Mychael und
Raphayl in einer Art Dimensionstasche innerhalb des Himmels
zu verschwinden schienen. Wir setzten ihnen hinterher, prallten
allerdings an dem Riss ab und hämmerten dagegen.
,, Diese Einkerbung bekommt ihr nicht auf ", säuselte Belarus.
,, Du hast die beiden. Was willst du also von uns? " ,, Ihr seid
überflüssig. "


Er nahm uns mit den Karten wieder unter Beschuss und ich
sah nur noch, wie Raphayl gegen eine Marmorwand geschmettert
wurde. Mein türkisfarbenes Kostüm hing in Fetzen an mir
und ich sah, wie sich der Sammler Gabryel näherte.
Er packte ihn und schmetterte seinen Schädel gegen eine
Wand. Ich packte den Arm des Gegners und schleuderte ihm
meine " Waves of Eternity " entgegen.


,, Die anderen Erzengel lässt ihre Rüstung stolz und hochmütig
werden, aber du bist noch rein. " Er sah mir tief in die Augen
und ich spürte eine Art bleierner Schwere in mir aufsteigen.
Dann sah ich nur noch, wie ich ebenfalls zu Boden zu sinken
drohte und seine bunte Blumenhand auf mich zukam.
Belarus ließ die anderen wieder nach oben kommen und ihn
umgaben nun einige Quadrate:


Die Drachen, die wütend fauchten, aber rasch bemerkten,
dass ihre Kräfte von den Wänden, wie bei einem Prisma reflektiert
wurden und die beiden Erzengel. Nur Luzyfer blieb noch, der den Allmächtigen

vor dem Aufschlag auf die Erde bewahre nkonnte, während der riesige,

schwarze Mund immer weiter aufmich zukam und die scharfen Karten in viele Einzelteile zerstoben.
Ich versuchte von seinem hypnotischen Blick loszukommen
und umklammerte seine Hand, die sich, aus bunten Blumen bestehend,
um meinen Hals klammerte. Doch der Mund zog mich
in seinen Bann und kam näher wie ein Schlund bedrohlicher
Höllenschwärze.

 

 

Leseprobe 2 (Schulkapitel - vom Anfang des Buches Uryel): 

 

Die Perlenbläserin


Die sanften, nebulösen Schlieren des kunstvoll
geformten Glases standen in ihrer erhabenen
Eleganz vor mir, denn ich hatte ein Geheimnis.
 

Ich konnte die Hitze des Ofens immernoch a uf meinem Gesicht spüren und wusste,
dass sich das Material und die Hitze zu einem kunstvollen Tanz
der Vollkommenheit unter meinen Händen zusammenfügten,
denn die Form befand sich bereits im Material, sagten manche
Bildhauer. Doch ich war kein Bildhauer. Ich beschäftigte mich mit etwas
viel Feinerem, etwas Zerbrechlichem.
 

Ich war eine Glasbläserin, jedenfalls in meiner weiblichen
Form und ich führte diese Kunst immer in meiner femininen
Gestalt durch, denn das Glas war etwas Feines, etwas Poetisches
und etwas Magisches. Wenn die Glut sich mit dem durchsichtigen
Material vereinte.


Doch nun tat ich etwas anderes und ich konnte von meinem
Standpunkt aus die kleinen Türmchen des Schlosses der Angel
Knight Academy sehen.


Die anderen weihte ich noch nicht in mein Geheimnis ein,
denn der gesiegelte Brief, der mich dazu priviligierte, an dieser
besonderen Schule studieren zu dürfen, befand sich noch nicht
lange in meinem Besitz.


Das goldene Mähnenhaar meines Drachen strich über mein
ebenmäßiges Gesicht und erinnerte mich in seiner Konsistenz an
das Beiwerk zur Verarbeitung meines Lieblingsmaterials.
Die Professoren hatten meinem Wunsch nach einer eigenen
Werkstatt in einem der Nebentrackte des Gebäudes stattgegeben.
Alle Erzengel waren auf besonderen Wunsch der Professoren
hier. Denn genau so ließ sich meine Gestalt am besten bezeichnen.

Die sanfte geschwungenen, weißen Flügel , das adonisgleiche Gesicht und der davidhafte Körperbau.

Alle Erzengel besaßen diese Aura der sie umhüllenden, göttlichen Schönheit
und man vermochte sie beinahe in einen poetischen Mantel der
Unwirklichkeit zu tauchen, so dass jedem bei unserem Anblick
der Atem stockte.


Ich griff meinem Drachen in sein dichtes Haar und ließ ihn
höher über der Academy seine Flugbahn einnehmen. Der Unterricht
begann zwar wieder, aber derzeit genoss ich meine Freiheit.
Ich bin Uryel, der Erzengel der Liebe. Meine schleierfeine
Kleidung und das lange, dunkelrote Haar wiesen mich als der
Romantik, der Poesie und der feinen Liebe zugehörig aus.
Ich lernte die anderen vor ein paar Wochen kennen und gewöhnte
mich allmählich an die Tatsache, dass zwei Erzengel,
nämlich Raphayl und Gabryel, ein Liebespaar waren.
Die anderen wählten sich keine Engelspartner aus. Die Liebe
war mein Spezialgebiet.


Luzyfer ist der Erzengel der Dunkelheit, der stets etwas aufbrausender
ist, als die anderen. Mein Freund Mychael ist der
Erzengel des Lichts, Raphayel gehört die Weisheit und Gabryel
das Medium der Träume. Mein Spezialgebiet ist die Liebe, besonders
die poetisch geformten Worte.


Dies ist eine der Eigenschaften, die mich mit dem Weisen
verbinden, denn auch er liest gerne Dramatik und Lyrik. Der
Wind strich durch das Haar meines Drachen Aereul.
Im Gegensatz zu den anderen besaß ich meinen Seelengefährten
bereits, als ich an der Academy eintraf. Die übrigen erhielten
Eier, aus denen ihr Drache schlüpfte. Mychael wurde aus
dem Schaum des Meeres als Erzengel geboren.


Ich ließ meinen Drachen die Umlaufbahnen des Himmels etwas
höher hinauffliegen und gab mich ganz meinen Gedanken
hin. Im Gegensatz zu den Anderen besitze ich die Gabe der Telepathie.

Ein paar von uns benutzen vereinfachte Versionen unserer Namen,

um uns besser unter die anwesenden Fabelwesen derSchule zu mischen,

aber als unsere Art bekannt wurde, gaben
wir diese Tradition auf, denn besonders der Name Luzyfers hatte
in der Vergangenheit eine eher negative Bedeutung, die sich mit
der Zeit, als unsere Wiedergeburten, erst in ein liebendes Gegenteil
verkehren musste.


Jedoch war Raphayl der Sünder unter uns, der sich am wenigsten
den Versuchungen des Lasters entziehen konnte, doch
mit dem Auftauchen von Gabryel hat er sein goldenes Smaragdherz
wieder erworben und steht nun endgültig auf unserer
Seite. Ein Erzengel besitzt nur die Fähigkeit zu Verwandlung,
wenn sein Herz rein ist, denn wir waren in der Vergangenheit die
Wächter des Allmächtigen.


Bevor wir auf der Erde unseren Platz fanden. Doch wir sehnen
uns auch nach diesem Zeitalter zurück. Ich genoß den Flug
mit meinem Drache Aereul.


Wir waren seit dem Beginn der Ewigkeit zusammen. Der
Himmel strahlte und die Flugechse stach durch die sanfte Wolkenpracht,
die sich fleckenhaft unter seinen und meinen Schwingen
aufbauschte. Ich fragte mich häufig, warum die Erzengel
denn Drachen benötigen.


Sie sind unsere Seelengefährten und jeder Drache besitzt in
seinem Herzen ein Stück des Steines, dessen Macht wir uns verschrieben
und der auch meine Seele beherbergt.


Der Rubin, der Saphir, der Smaragd, der Amethyst und ich.
Ich bin der Erzengel der Liebe und mein Stein ist anders, als der
der Anderen. In Aereuls Herz steckt der Splitter eines besonderen
Edelsteins.


Jedes Herz wurde aus der Aura und dem Willen des Allmächtigen
geformt und wir betraten die Stufen des Himmels gerne,
als wir ihm dienten. Wir sind die Beschützer Gottes und der Erde und manchmal auch des ganzen Kosmos.

Mein Drache spie einen Elementeregen, wie die der anderen auch. Doch mich umgab ein Geheimnis.

Eine Aura, dessen Macht ich bereits spüren
konnte. ,, Aereul, lande bitte wieder. "


Ich sah die anderen vier am Boden und bedeutete meinem
Golddrachen, er möge neben ihnen in die Tiefe gleiten. Die große
Echse legte ihre Flügel an den Körper und ich bemerkte ein
paar Wolkenfragmente, die sich nun im Wind verflüchtigten, als
er neben ihnen auf dem grünen Gras aufsetzte.


,, Hallo, Freunde. " Ich glitt anmutig von meinem Gefährten
und streichelte seine Schnauze. ,, Du hast einige Runden gedreht,
wie ich sehe ", sprach Luzyfer und näherte sich meinem
Drachen. Neben ihm stand Raveneul und schaute uns an.
,, Ich wollte einen freien Kopf bekommen. Dann kann ich
mich wieder der Stille des Glasblasens widmen und meine neuen
Ideen gleich umsetzen. Ein Flug mit einem Drachen im Rythmus
der Natur tut immer gut, um etwas Neues zu gestalten. "
Mychael näherte sich mir. Der blonde, wunderschöne Erzengel
mit den weißen Schwingen hatte schon mehrere Kämpfe
bestritten, sich aber seine Aura des Lichts erhalten.
,, Du hast das Flüstern in deinem Herzen erhalten. Bei Raphayl
und Gabryel steigerte sich diese Stimme um das Vielfache
im Garten Eden ihrer Liebe und bei Luzyfer wurde dieses Säuseln
beinahe vom Keim seiner Bosheit erstickt. "


Ich nickte und ein leichter Wind umgab mich. ,, Ich freue
mich darauf, deine Kräfte kennenzulernen ", warf Gabryel ein.
,, Ich bin ein Erzengel, der nicht erwachen musste, wie ihr anderen.
Ich wurde in dieser Gestalt geboren, auch wenn ich ebenso
erwachsen war, wie dein Drache Gabryel.


Vielleicht hat sich in der Abfolge der Verwandlungen etwas
geändert und die Phasen werden kürzer und direkter. " ,, Ob das
etwas mit der Anwesenheit des Chaoscodes zu tun hat? ", warf Mychael ein und bezog sich

dabei auf ihren letzten Kampf, bei dem ich noch nicht anwesend war.

Ich zuckte mit den Schulternund dachte an die Zeichnungen, die Luzyfer anfertigte, denn er
war ein sehr guter Künstler und malte in seiner Freizeit Portraits
von uns allen, auch wenn er sich stets bemühen musste, ihnen
keine düstere Aura zu verleihen.Das lag in seiner vergangenen Natur begründet,

die niemals gänzlich verschwinden würde.


Seine schwarzen Schwingen waren eine stete Mahnung an
das, was ihm einst blühte und was er im Begriff war, zu verlieren,
als er immer und immer wieder die Sünden wiederholte.
Aber die Liebe zu Lestara hielt ihn im Gleichgewicht. Ich kraulte
meinen anhänglichen Drachen unter dem Kinn.


,, Macht es dir etwas aus, uns deine Künstlerwerkstatt zu zeigen?
Ich bin ehrlich gesagt, von Neugier erfüllt und auf Grund
der Tatsache, dass ich Luzyfers zeichnerisches und malerisches
Talent kenne und mich selbst eine poetische Ader kennzeichnet,
würde ich mich gerne in deinem Atelier einmal umsehen",
bemerkte Raphayel in seiner stets sehr höflichen und akkurat
gewählten Sprache.


Alle Erzengel besaßen mehr oder weniger künstlerisch angelegte
Fähigkeiten, die auch aus ihren Verbindungen zu den
Drachen resultierten und wie ein Phönix jeden Tag aufʼs Neue
aus der Asche des vorherigen Tages erblühten.


,, Ihr dürft mich gerne begleiten, aber ich würde mir gerne
noch einige Ideenskizzen machen, damit ich eine Vorstellung
davon habe, wie mein Werk, welches sich gerade in meinem
Geist manifestierte, im Resultat auszusehen hat."

,, Gerne" , entgegnete Luzyfer. Mychael arbeitete gerne mit
Holz.,, Die künstlerischen Fähigkeiten entfalteten sich meistens
in ihrer Vollständigkeit erst mit dem Erscheinen der Immorta l Verwandlungen",

warf Gabryel ein und sie folgten mir in mein Heiligtum. Ich verzierte die Tür mit einem gläsernen Griff ,

den Luzyfer eingehend studierte und im Inneren erfüllte eine Art
heiliger Atmosphäre, zusammen mit der Hitze des verloschenen
Ascheofens, die Räumlichkeit.


Ich konnte mich nicht zähmen und mich umhüllte eine Aura
des unvernehmlichen Stolzes, meinen neuen Freunden und Gottesgefährten,
meine Werkstatt zeigen zu können. Im Gegensatz
zu anderen Arbeitsstätten des Handwerks war es hier drin gemütlich
und sauber.


,, Wir könnten doch einmal eine Kunstausstellung arrangieren.
Dort können alle Studenten ihre Arbeiten auch einmal den
anderen präsentieren, denn die Angel Knight Academy ist wirklich
sehr groß und obwohl ich mich bereits im anbrechenden
fünften Jahr hier befi nde, kenne ich immer noch nicht alle Studenten
und ihre Hobbies", warf Luzyfer ein.


Ich lächelte. ,, Gute Idee. Aber zunächst möchte ich euch in
die Seele meiner Schätze bringen. Hier ist die Magie des Glases
und der Atem zu spüren, wenn das Polieren etwas Einmaliges
und Königliches erschaff t", lud ich meine Freunde ein.


Gabryel grinste, als sich der nebulöse Vorhang hinweg hob
und sich dahinter eine Welt aus Nebel, Glas und Schönheit entfaltete,
die mein Versprechen mit einer Siegeshymne belohnen
würde.